Daten und Fakten
Haftplätze und Belegung
In den baden-württembergischen Justizvollzugseinrichtungen stehen insgesamt 8.191 Haftplätze (Stand: seit 15.05.2010) zur Verfügung, hiervon im geschlossenen Vollzug 6.999, im offenen Vollzug 1.192, für Männer 7.676 und für Frauen 465 Haftplätze.
Die Vollzugseinrichtungen waren 2009 durchschnittlich mit insgesamt 7.639 Gefangenen belegt. Im geschlossenen Vollzug befanden sich durchschnittlich 6.711 und im offenen Vollzug durchschnittlich 928 Gefangene. Durchschnittlich waren 7.225 Männer und 414 Frauen inhaftiert. Im Jahr 2009 waren durchschnittlich 223 Haftplätze wegen notwendiger Baumaßnahmen nicht belegbar.
Bislang ist es nicht gelungen, die Auslastung des offenen Vollzuges zu erhöhen. Ursächlich ist hierfür zum einen, dass eine große Anzahl von Inhaftierten erhebliche Suchtprobleme (Alkohol, Betäubungsmittel) hat oder aufgrund eines hohen Gewaltpotentials sich nicht für eine Unterbringung bei den geringen Sicherheitsstandards des offenen Vollzuges eignet. Ein weiterer Grund ist der Ausländeranteil von insgesamt über 30 Prozent aller Gefangenen, da Ausländer zur Sicherung ausländerrechtlicher Maßnahmen (Ausweisung, Abschiebung) nur eingeschränkt zum offenen Vollzug und Lockerungen zugelassen werden dürfen. Zum Stichtag 31. März 2010 befanden sich im baden-württembergischen Justizvollzug Ausländer aus 91 Nationen bzw. Staatenlose. Die am stärksten vertretenen Nationen sind - in dieser Reihenfolge - Türkei, Italien, Rumänien, Kosovo, Polen und Serbien. Im untenstehenden Diagramm mit dem Titel Ausländeranteil stehen weitere Informationen für Sie bereit.
Urlaub, Ausgang, Freigang
Die Lockerungspraxis des Justizvollzuges in Baden-Württemberg wird durch geringe Versagerquoten bestätigt. So kehrten 2009 nur 14 (= 0,79 Prozent) der beurlaubten Gefangenen (von 1.780) nicht oder verspätet aus dem Hafturlaub zurück. Beim Freigang, der weitestgehenden Lockerungsmöglichkeit, wurden 2009 nur 10 (= 0,81 Prozent) Nichtrückkehrer registriert. Im untenstehenden Diagramm mit dem Titel "Urlaub, Ausgang, Freigang" stehen weitere Informationen für Sie bereit.
Kosten des Vollzuges
Für das Haushaltsjahr 2010 sind im Staatshaushaltsplan für die Justizvollzugsanstalten vorgesehen:
Gesamteinnahmen von 10,7 Millionen Euro, darunter 9,7 Millionen Euro anteiliger Erstattungen von Personal- und Sachkosten durch den Landesbetrieb Vollzugliches Arbeitswesen
Gesamtausgaben von 194 Millionen Euro, darunter
- 139,7 Millionen Euro Personalausgaben
- 35 Millionen Euro sächliche Verwaltungsausgaben
- 14,7 Millionen Euro Zuweisungen und Zuschüsse (darunter 10,1 Millionen Euro für Kostenerstattung an den Landesbetrieb Vollzugliches Arbeitswesen für Ausbildungsbeihilfen an Gefangene und Entlohnung von Hausarbeitern; weitere 3 Millionen Euro für Zuschüsse an externe Träger zur Erfüllung vollzuglicher Aufgaben)
- 4,6 Millionen Euro Investitionen.
Kosten des Vollzuges in einem Schaubild: Kosten
Transportwesen
Der Transport der Gefangenen zwischen den Anstalten erfolgt in Baden-Württemberg durch Fahrzeuge und Personal des Justizvollzuges.
Der Sammeltransport wird durch die Transportzentrale in der Justizvollzugsanstalt Heimsheim koordiniert und richtet sich nach einem (bundesweit) abgestimmten Fahrplan. Jährlich werden im Rahmen des Sammeltransportes allein in Baden-Württemberg etwa 20.000 Gefangene transportiert. Die vier – eigens hierfür eingerichteten – Transportbusse legen hierbei etwa 200.000 km zurück.
Diagramme |
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| Ausländeranteil (pdf-Datei, 9 KB) | |
| Urlaub, Ausgang, Freigang (pdf-Datei, 22 KB) | |
Weitere Daten und Fakten finden Sie in der Rubrik Justizvollzug kompakt
Weblinks zu Daten und Fakten
Das Internetangebot des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg enthält weitere Daten zum Justizvollzug in Baden-Württemberg bereit: klicken Sie einfach hier.
Interessante Daten über den Justizvollzug in den Ländern können Sie im Internetangebot des Statistischen Bundesamt finden, wenn Sie hier klicken.
